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SAGEN und Mythen der Lausitz und der Sorben – von Künstlern ausgewählt und interpretiert

15. Juli 14:00 - 4. September 18:00

Vernissage: Freitag, den 15. Juli 2022 ab 19:00 Uhr

Märchen und Sagen der Lausitz und der Sorben sind regionale und darüber hinausweisende, mit Mythen verbundene immaterielle Reichtümer, wahre Schatztruhen.

„Denn diesen Namen verdienen unsere Sagen, da in ihnen ein ganzer Schatz frischer Volkspoesie verborgen liegt, und seitdem die moderne Aufklärung, das nüchterne Prinzip der Negation, dem Volke seine Wunder- und Märchenwelt geraubt hat, seitdem mit den alten Volksbüchern auch der alte Aberglaube vertrieben wurde, ist die alte Gemütlichkeit, Treue und Glaube im Volke um Vieles seltener geworden.
Der modernen Bildungsperiode aber, die über Alles Auskunft zu geben sich vermisst, die das Gräschen wachsen hört, die das gemütvolle Leben deutscher Vorzeit verhöhnt, ist gleichwohl Eins nicht möglich, sie kann keine echten Volkssagen erfinden, denn es mangelt ihr die wahre Poesie. Doch das deutsche Volk hat sich nicht so leicht seine Sagen nehmen lassen, es hängt so fest an ihnen wie an der Scholle, worauf es geboren ist, und darum haben sich auch noch so zahlreiche Reste alter Gebräuche, Sitten und romantischer Traditionen erhalten, dass wir fast von den meisten deutschen Ländern mehr oder weniger vollständige Sagensammlungen vor uns haben.“

Dies schrieb Johann Georg Theodor Grässe, der im Jahre 1874 zwei Bände publizierte, die „Zum ersten Male in der ursprünglichen Form aus Chroniken, mündlichen und schriftlichen Überlieferungen und anderen Quellen“ als „Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen“ erschienen.
Dieses umfangreiche Standardwerk war Empfehlung an einige der beteiligten Künstler*innen, die keinen direkten Zugang zur regionalen „wahren Poesie“ hatten.
Den gestandenen Lausitzer*innen (inklusive der Sorb*innen) stand ihre Sagenschatztruhe prallgefüllt zur Verfügung.
Ohne Vorgaben entwickelten sie alle künstlerische Interpretationen für einen Katalog zu einer Ausstellung, genreübergreifend von der multimedialen Arbeit, über textile Applikationen, Malereien, Zeichnungen, Photographien, Objekte und Plastiken.
Natürlich gab es Überschneidungen bei den bekanntesten Geschichten vom Pumphut, Krabats Raben, dem Wassermann, der Göttin Marena.
Deshalb war es unmöglich, ein neues bebildertes Märchenbuch zu konzipieren, da keine „reinen“ Illustrationen entstanden.

Die Sage um den bis heute nicht gehobenen Schatz auf der Burg Körse in Kirschau steht am Anfang unseres kleinen märchenhaft bebilderten Spazierganges durch die Lausitz.
Detlef Schweigers so betitelte „coersoren“ auf edlem handgeschöpften Büttenpapier, sind zeichnerische Entdeckungen der Faltungen, der Klüftungen und der davon ausgehenden Kraftfelder der noch vorhandene Steinsetzungen der Burgruine, die während seines Residenzaufenthaltes im Friese täglich neu entstanden.

Holger Wendland

 

Ausstellung geöffnet: immer Sonntags von 14-18 Uhr

 

Details

Beginn:
15. Juli 14:00
Ende:
4. September 18:00
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltungsort

Kunstinitiative „Im Friese“ e.V.
Friesestraße 31
Schirgiswalde-Kirschau, Sachsen 02681 Deutschland
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